Geschichte der Bockwindmühle

Ursprünglich stand die Mühle mit Wohnhaus fast 1,5 km in südwestlicher Richtung vom Dorf Schmannewitz entfernt auf dem Mandelberg. 1839 wurden die Mühle mit einem Mahlgang und das Wohnhaus vom Eigentümer Carl Ferdinand Eger abgetragen und am heutigen Standort wieder erbaut. Die Mühle soll Ende der 1870er Jahre von einem Sturm umgeworfen und 1879 wieder aufgebaut worden sein. Carl Ferdinand Kauerhoff, seit 1862 Eigentümer, baute 1881 eine Backstube mit Backofen an das 1872 neu errichtete Wohnhaus an und eröffnete eine Bäckerei. Zum Mühlenbetrieb gehörte außerdem eine kleine Landwirtschaft von 2 ha. 1924 bekam die Mühle Stromanschluss und ab 1926 einen Elektromotor, so dass wahlweise mit Windkraft oder Strom gemahlen werden konnte. Am 04. Oktober 1934 wurde die Fertigstellung der Wohnhausaufstockung angezeigt.

Im gleichen Jahr (1934) übernahm Erich Pfund die Mühle von seinem Vater Albin Pfund. Er führte Mühle, Landwirtschaft und Bäckerei fort bis er zum Kriegsdienst verpflichtet wurde. Während des II. Weltkriegs ruhte der Mühlenbetrieb und wurde erst 1946 wieder aufgenommen.  Die Bäckerei wurde nach dem Krieg bis etwa 1948 nur noch gelegentlich betrieben. Bis 1953 wurden Mühlenflügel und Königswelle bei entsprechendem Wind genutzt. Danach wurde die Mühle ausschließlich mit dem Elektromotor betrieben. Neben dem Mahlbetrieb wurden jährlich bis zu 8000 Zentner Getreide geschrotet. In den letzten aktiven Jahren der Mühle wurden lediglich Futterschrote und Quetschhafer produziert. 1960 entschloss sich Herr Pfund, wegen der mangelhaften Auftragslage, die Mühle zu schließen.

Bei einem schweren Sturm im August 1971 wurden die Mühlenflügel zerstört. 1978 wurde die Mühle gemeinsam mit einem Teil des Flurstücks als Wochenendgrundstück verkauft. Ab 1980 nahmen sich die Mitglieder der LDPD-Ortsgruppe Schmannewitz im Rahmen der Aktion „Schöner unsere Städte und Gemeinden – Mach mit“ der Mühle an. Ein Nutzungsvertrag mit den Eigentümern wurde geschlossen und mit den Erhaltungs- und Sicherungsmaßnahmen begonnen. Unter anderem wurde das Dach saniert und die Mühle erhielt neue Flügel. Dem Verfall konnte durch diese erste Rekonstruktion Einhalt geboten werden. 1989 kam es zur Auflösung der LDPD-Ortsgruppe. Die Maßnahmen zur Erhaltung der Bockwindmühle waren in den folgenden Jahren auf ein Minimum beschränkt.

2003 fanden sich wiederum interessierte Bürger zusammen und gründeten den „Schmannewitzer Mühlenverein e.V.“. Ziel des Vereins ist die Erhaltung des technischen Denkmals. Allen Einwohnern und Gästen des Dorfes soll die Besichtigung ermöglicht werden.  Im Sommer 2004 wurde die Mühle mit finanzieller Hilfe des  Amtes für Ländliche Entwicklung äußerlich komplett saniert. Der Außensanierung folgten Instandsetzungs-arbeiten im Inneren der Mühle, die bis heute andauern.
Der Schmannewitzer Mühlenverein e.V. bietet regelmäßig öffentliche Führungen an und ist auch gern bereit, nach Voranmeldung Gruppen zu empfangen.

 

Quelle: Löbel, Angela: Die Bockwindmühlen um Dahlen. in: Sächsische Heimatblätter 04/2008, S.322ff., Verlag Klaus Gumnior im Aufrag des Kulturbundes Sachsen e.V. und eines Redaktionskollegiums, Marienberg 2008.